This must be underwater love...

Früh (zu früh) klingelte der verdammte Wecker und riss mich aus dem Schlaf und wahrscheinlich meinen halben Dorm mit, denn mein Handy war lauter als erwartet. Schnell Katzenwäsche und dann los, schließlich war alles brav zusammen gepackt und ich wollte mich leise rausschleichen. Aber ich habe die Rechnung ohne meine Zimmernachbarin gemacht. Sie hat zwar ihr ganzes Shoppinggut weggeräumt, aber ihre Tasche so dumm platziert, dass die Tür nicht mehr ganz aufging. Es war ein Ding der Unmöglichkeit mit dem Rucksack auf dem Rücken da durchzukommen. Tja mit ein wenig Krach und Gewalt ging es dann aber. Schnell ausgecheckt, benötigten wir nur noch ein Taxi.

Natürlich gab es viele Taxis ohne Taxameter zu überteuerten Preisen, aber mit ein wenig Gedult und Zeit, die wir glücklicherweise hatten, fanden wir eins. Der Taxifahrer fragte woher wir sein und als er „Germany“ hörte, war es ganz aus. Er erzählte uns seine ganze Lebensgeschichte, vom Vietnamkrieg, wo er kämpfte, dass er in Düsseldorf einmal gearbeitet hat, dass er amtierender Meister im Thaiboxen sei, dass seine zwei Sohne bei der Navi sind und bisher keine Zeit hatten eine Frau zu finden und und und…..er verpasste sogar einmal eine Grünphase bei einer Ampel, weil er uns voller stolz Fotos zeigte. Er ließ es sich auch nicht nehmen uns bis vor die Tür der Reiseagentur zu fahren und unsere Rucksäcke zu tragen.

Bei der Reiseagentur mussten wir uns Sticker auf unsere Shirts kleben, damit man erkannte wohin die Reise ging. Als alle da waren ging’s zum Bus. Ich hab im grunde fast nur geschlafen und mit einem mal waren wir somit in Chumphon. Dort gab es den nächsten Sticker auf’s Shirt für die jeweilige Insel und schon ging es los mit dem Katamaran. Ich war selten so froh, drinnen zu sitzen und eine Reisetablette genommen zu haben…..die Fahrt hatte es in sich, der Wellengang war nicht ohne. Doch irgendwann tauchte am Horizont Koh Tao auf und wir konnten endlich von Bord.

Sheling und ich hatten beide keinen Plan, wo unser Hostel war und rannten einfach mal drauf los. Natürlich die falsche Straße den Berg hoch. Als wir nach dem Weg fragten, wurde uns angeboten im Hostel anzurufen und schon war Rolf unterwegs und holte uns ab. Rolf war unser sehr netter, leicht verplanter aber immer hilfsbereiter holländischer Hostelbesitzer. Da ich mit Sheling eine Landsfrau dabei hatte, war er glücklich und wir um einige Tipps reicher. Aber erstmal ging es in den Dorm. Es war nicht der „Luxus“ aus Bangkok, aber es war okay. Zwischen jedem Doppelbett gab es eine eingezogenen Wand und so hatte man ein wenig Ruhe und die Waschräume waren auch immer sauber. Auf dem Zimmer lernten wir dann direkt Pete kennen, ein sehr netter Kiwi.

Nach einem kurzen Plausch ging es für Sheling und mich aber erst einmal rüber in die Reef Bar, die irgendwie mit zum Hostel gehörte und wir gönnten und ein Singha. Rolf gesellte sich noch einmal zu uns und sagte uns, dass wenn wir tauchen wollen, wir zu Golden Divers gehen sollen, denn die seinen die günstigsten der gesamten Insel. Dadurch das wir bei ihm wohnen, bekommen wir bei denen den Padi Open Water für 7200 Baht. Ich fiel fast vom Hocker. Das ich hier den Tauchschein so günstig wie nirgends bekommen würde, war mir klar, aber ich rechnete mit 9000 Baht. Somit beschlossen wir am nächsten Tag dort einmal reinzuschauen.

Aber bis dahin war noch Zeit und wir spielten Billard. Kaum angefangen mussten wir uns von zwei Amis blöde Sprüche anhören, weil sie mitspielen wollten. Da wir ja keine Unmenschen sind, durften Steve und Dan mitspielen (beide Tauchlehrer btw). Als Steve hörte, wo ich meinen Tauchschein machen wollte, war er dagegen. Deswegen wetteten wir, wenn wir zwei gewinnen (Steve und ich), mach ich bei ihnen den Schein…..tja wir haben verloren. Dann kamen die nächsten Jungs dran, Silvio und Nico…..angehende Tauchlehrer und Deutsche 😀 Silvio war bald dahin und ich spielte mit Nico weiter, bis wir uns irgendwann dazu entschlossen was essen zu gehen. Es gab Pizza und sie war gut….also für italienische Verhältnisse gut. Ich habe wirklich noch nie eine so gute Pizza außerhalb Europas gegessen. Nico meinte außerdem, dass alle Tauchschulen gleich gut sein auf der Insel und wenn ich so ein Top-Angebot habe, sollte ich es nutzen.

Außerdem erfuhr ich über ihn noch die neuesten Gerüchte zu den zwei Morden, die Koh Tao erschütterten. In der Nacht zuvor sind zwei Briten in Koh Tao am Strand ermordet worden und um den Tathergang und den möglichen Täter rankten sich nun die wildesten Stories. Mittlerweile sind wohl alle Tatverdächtigen wieder auf freiem Fuss und die Suche geht von neuem los….

Ich bin extra früh aufgestanden um noch irgenwo Frühstück zu bekommen. Anschließend ging es zur Tauchschule und oh Wunder, wieder fast nur Holländer. Sie erzählten uns kurz etwas über den Open Water Kurs und das er wirklich nur 7200 Baht (ca. 180 € !!!) kosten würde. Außerdem könnten wir gleich anfangen, da Jeffrie und Fleur (natürlich auch Holländer) gerade erst gestartet sind. Spontan wie wir sind, sagten wir zu und schon durften wir uns DVD’s anschauen und eine Stunde später ging es auf’s Schiff.

Um aber auf unser Boot zu gelangen musste man über zwei weitere Boote klettern, ….anfänglich ungewohnt aber bald schon normal. Dann ging es raus auf See, wir luden an diversen Spots die anderen Taucher ab und fuhren dann Richtung Strand, wo wir unsere ersten Skills erlernen sollten. Aber zuvor mussten wir drei Runden um das Boot schwimmen, denn wer das nicht kann, darf nicht Tauchen lernen. Mit der Strömung war das easy going, gegen die Strömung der Horror, aber wir schafften es alle.

Dann zogen wir an Bord die Westen an, setzten die Tauchmasken auf, zogen die Flossen an und schon folgte der Sprung ins kühle Nass. Wir ließen uns zum Strand treiben und tauchten im brusthohen Wasser ab. Robert hatte uns zuvor alle Skills erklärt und nun mussten wir sie auf sein Kommando hin ausführen. Leider hatte ich total die Probleme mit der Taucherbrille, da diese permanent voll Wasser lief. Aber Robert tauschte mit mir und ich bekam seine, die war aber so neu, dass sie laufend anlief.

Außerdem wollte es mit dem Atmen auch noch nicht so recht klappen. Unter Wasser mussten wir dann die Taucherbrille zur Hälfte und komplett fluten und dann wieder entleeren, unser Atemgerät rausnehmen und wieder finden, zusammen mit unserem Buddy atmen etc.. Nachdem das erledigt war, schwammen wir in etwas tieferes Wasser, wo wir unter anderem 15m ohne Brille schwimmen mussten. Da das Wetter echt so mittelmäßig schön war, fing ich irgendwann tierisch an zu frieren. Aber ich musste leider noch ausharren, bevor es dann zum Boot ging.

An Bord durfte ich mir den Fleecepulli von Jeff ausleihen um wieder halbwegs warm zu werden. Dann holten wir auch schon die anderen ab und es ging zurück. Unter anderem waren hier Cici eine Französin und Josh ein weiterer Holländer dabei. Die zwei reisten zusammen mit Leksi einer Deutschen. Nach dem Tauchgang war ich mir nicht so sicher, ob das ganze was für mich ist und wollte schon abbrechen, entschied mich aber doch dagegen. Josh hingegen hatte Blut gelegt und würde ab dem nächsten Tag zusammen mit uns den Kurs machen.

Wir verabredeten uns alle abends zusammen in die Raggae Bar zu gehen. Sheling und ich nahmen auch noch Pete aus unserem Hosel mit und so waren wir eine Gruppe von 8 Leuten. In der Raggae Bar spielten einige Thais live und der Laden war komplett mit Bob Marley Bildern übersäht und man konnte auf verschiedenen Ebenen sitzen und vor allem auch mit jamen.

Es war wirklich ein lustiger Abend, bis es anfing zu regnen und natürlich der Strom ausfiel. Aber wir organisierten uns eine Gitarre und Pete fing an zu spielen. Dabei reifte in Jeffrie die Idee ein holländisches Lied zum besten zu geben und kaum war der Strom wieder da, rannte er auf die Bühne. Nach ihm übernahm Pete und spielte einen Song nach dem andern.  Es war ein wirklich grandioser Abend und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass es halb 3 wurde. Nur doof war, dass wir am nächsten Tag um 9 Uhr in der Tauchschule sein mussten.

Als ob das frühe aufstehen nicht schon Strafe genug sei, regnete es nur so aus Eimern. Sheling klammerte sich an mich, da ich einen Regenschirm hatte und wir gingen zur Basis. Das Wasser floss nur so die Straßen runter und quer durch unsere Flip Flops hindurch. Neben Theorie standen heute zwei Tauchgänge auf 12m auf dem Programm. Hierbei war Robert immer mein Buddy, was echt gut war, da ich doch einige Probleme mit dem Druckausgleich hatte. Unter Wasser mussten wir dann auch wieder einige Skills wiederholen und neue dazulernen w.z.B. den schwebenen Buddha. Vorallem der zweite Tauchgang verlief viel besser und als wir wieder auftauchten war die Sonne da.

Aufgrund der doch sehr kurzen Nacht verlief dieser Abend sehr ruhig und ich ging nur mit Pete essen und die ein oder andere Runde Pool spielen bevor ich ins Bett fiel.

Tauchen lernen auf Koh Tao
everything okay…
Tauchen lernen auf Koh Tao
yah okay
Tauchen lernen auf Koh Tao
theoretical stuff
Tauchen lernen auf Koh Tao
navigation under water
Tauchen lernen auf Koh Tao
safety ascent

Dann folgte auch schon unser letzter Tag, der mit dem Final Exam begann. Ich machte nur drei Fehler und bestand so natürlich. Bei herrlichen Sonnenschein ging es zu unseren Tauchspots. Der erste Tauchgang ging auf 18m und hier mussten wir ein wenig mit dem Kompass unter Wasser schwimmen, übten den Notaufstieg und durften ansonsten einfach nur genießen. Bei unserem zweiten Tauchgang musste jeder als Buddy von Robert sozusagen als Abchlussprüfung schwimmen. Ich war wie immer die erste und schaffte es. Danach schwamm ich zusammen mit Josh der mit seiner GoPro einige Bilder schoss. Neben Nemo sahen wir auch noch einen blauen Stachelrochen und natürlich viele Korallen und bunte Fische.

In der Tauchbasis bekamen wir unserer vorläufigen Tauchschein und füllten zusammen unsere Logbücher aus, bevor gefeiert wurde. Zuerst in der Tauchbasis und anschließend in der AC Bar, wo es unter anderem eine Feuershow zu sehen gab. Und dann wurde in der tropischen Hitze getanzt.

Thai Food
yummy food
fire show
cool fire show
fire show
at the AC bar
fire show
really hot

Den letzten Tag auf Koh Tao ließ ich ruhig angehen. Ausschlafen, gemütlich frühstücken, zum Sairee Beach laufen, schwimmen, chillen und überlegen, ob ich noch einen Tauchkurs dranhänge oder die Insel verlasse. Ich entschied mich für letzteres und buchte ein Ticket nach Krabi. Abends packte ich mein Zeug, trank ein letztes Bier mit Sheling, gönnte mir ein richtig gutes nicht thailändisches Abendessen und ging zeitig schlafen, denn die dumme Fähre fuhr um 6 Uhr los. Auch wenn ich mich jetzt gegen den Advanced Kurs entschieden habe, ich werde sicher sehr bald wieder tauchen.

Sairee Beach
Sairee Beach
Sairee Beach
lovely beach
Koh Tao
leaving in the morning
Koh Tao
Koh Tao in the dusk

………coming up next Krabi………

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