Wild paradise

Früh morgens in Rantepao begann unsere wohl längste Anreise unserer Reise. Schon jetzt fragten wir uns, ob die Togians und im Speziellen Una Una es wohl wert sein werden, 4 Tage Anreise auf die Togians in Kauf zu nehmen. Diese 4 Tage mussten auch noch gu geplant sein, da nicht täglich die einzelnen Boote fuhren.

Wir wurden fast pünktlich von unserem Bus abgeholt und bekamen unsere zuvor reservierten Sitze. Leider war der Bus schon ein wenig in die Jahre gekommen und so bekam ich immer wieder über die ganze Fahrt verteilt Tropfen ab, sobald es draußen regnete und es regnete wohl öfters. Zuerst fuhren wir hinaus aus dem Tana Toraja Land und hier war die Straße schon eng. Nach einem Bergpass ging es dann vorbei an unzähligen Plantagen, natürlich Ölpalmen. Das gute war aber, dass die Straße dort deutlich besser war. Dann folgte wieder ein Bergpass, der uns an das südliche Ende des Lake Posos brachte.

Es war schon längst dunkel geworden und wir krochen nur so dahin, da die Straße nicht auf Gegenverkehr ausgelegt war. Mit einem mal hielten wir an und der Fahrer machte den Motor aus. Sollten wir jetzt etwa die Nacht im Bus verbringen?! Wir versuchten zu schlafen, aber die Regentropfen, die mich regelmäßig trafen, verhinderten dies. Nach einer dreiviertel Stunde ging es weiter, anscheinend hatte ein Erdrutsch unseren Weg verbaut gehabt. Irgendwann kamen uns dann LKW’s entgegen und da die Straße halt nur einspurig war, mussten wir mit dem Bus so lange zurücksetzen, bis die Trucks vorbei kamen. Sobald wir dann Tentena passiert hatten, war die Straße wieder deutlich besser und so wurden wir gegen 3 Uhr morgens, nach 19 Stunden Fahrt vor unserem Hotel in Poso rausgelassen.

Wir hatten nichts gebucht und weckten so den Wachmann. Dieser sagte uns aber, dass das Hotel voll war – Jackpot!  Da es hier weit und breit nichts gab und es tierisch regnete, legten wir uns einfach auf die Sitzbänke vor dem Hotel und schliefen bis um 6 Uhr. Aus einem der Zimmer kam ein Indonesier und fragte uns, was wir hier machen. Er fragte für uns auch noch einmal, wann der Bus nach Ampana fährt und es hieß, dass dieser uns um 10 Uhr am Hotel abholt. Dann fragte er uns noch, ob wir Hunger hatten und holte uns daraufhin etwas zum Essen vom Markt. Als er dann auscheckte, sagte er noch, dass wir gerne sein Zimmer noch bis 10 Uhr nutzen konnten, was wir gerne annahmen – zu schade, dass er nicht nach Ampana fuhr.

Anreise auf die Togians
Terima Kasih for the breakfast

Wir schliefen noch eine Weile und um kurz vor 10 Uhr fragten wir noch einmal nach unserem Bus. Dann kam jemand mit dem Moped vorgefahren und sagte uns, dass der Bus schon längst weg sei und wir uns privat bei ihm ein Auto mieten sollten. Genervt schnallten wir unsere Backpacks auf und hauten ab. Wir liefen durch halb Poso und überall, wo wir nachfragten bzw angesprochen wurden, bekamen wir eine andere Auskunft, wo wir hin mussten um hier raus zu kommen.

Von gut 20 Leuten, hatten uns zwei eine korrekte Auskunft gegeben, eine davon war Happy (ja die Frau hieß wirklich so). Da der Ort, von wo die Vans nach Ampana fuhren gut 10 km außerhalb der Stadt noch vor der Busstation lag, fuhr sie mich dahin und Marcel auf einem Ojek (Moped-Taxi) hinterher. Man die Frau hat ordentlich Tempo gemacht, so dass wir trotz mehrmaligen Warten deutlich vor Marcel ankamen. Dort hieß es schon wieder, dass es keinen Minivan für uns geben sollte und wir ein Shared Car nehmen sollten, aber geteilt mit zwei anderen Westlern und das ganze für 80k Rupiah.

Kurze Zeit später kamen die anderen Westler, die auch schon am Vortag in unserem Bus saßen, aber in Tentena ausgestiegen waren. Kurze Zeit später kam unser Auto und ich dufte vorne sitzen. Wir zahlten zwar 100k each, aber egal hauptache wir kamen hier weg. Unser Fahrer rauchte die ganze Zeit und passte sein Tempo der lauten Musik an, die lief. Man war ich froh über meinen Sicherheitsgurt. Wir hatten teilweise 120 km/h drauf. Aber die Straße war ein wirklicher Speedway und wohl eine der besten Straßen, die mir in der Zeit in SOA begegnet ist. So kamen wir gegen 17 Uhr in Ampana an und checkten in einem wirklich tollen Hotel ein, den Nebula Cottages. Wir hatten einen neuen, riesigen Bungalow mit A/C und Warmwasserdusche.

In Ampana zogen wir dann noch los uns was zu essen zu besorgen und einen ATM zu überfallen, da es auf den Togians keine mehr gibt – wir sind jetzt 9fache Millionäre. Auf unserem Weg durch den Ort mussten wir laufend Hallo sagen, uns mit Leuten abklaschen, Fotos machen etc…gefühlt waren wir Promis. Abends gab es dann natürlich noch Martabak Manis. Am nächsten Morgen ging es nach einem reichlichen Frühstück mit der Pferdekutsche zum Pier.

Anreise auf die Togians
Loads of breakfast that I couldn’t finish

Wir kauften uns Tickets und gingen direkt auf’s Boot um noch einen guten Platz zu bekommen. So ergatterten wir dann auch zwei Matratzen oben, das man rausschauen konnte. Unsere Fahrt über das absolut ruhige Meer dauerte 3 Stunden bis wir in Wakai ankamen.

Anreise auf die Togians
on the boat to Wakai
Anreise auf die Togians
not for tall people

Dort wurden wir von Irina angesprochen, ob wir nicht mit in ihre Unterkunft kommen wollen. Da wir die Sunset Bungalows schon im Hinterkopf hatten, fuhren wir mit ihr per Boot dorthin. Wir waren die einzigen Gäste und kaum das wir unseren Bungalow bezogen hatten, bekamen wir schon Lunch. Anschließend hingen wir ab und gingen im Meer baden. Danach gab es dann eine Dusche per Schöpfkelle – fließend Wasser Fehlanzeige und Strom gibt es auch nur von 18-22 Uhr 😉 Als die Sonne dann unterging, machte der Ort seinem Namen mehr als nur Ehre.

Anreise auf die Togians
sunset beach
Anreise auf die Togians
view
Anreise auf die Togians
and that’s why the place is named sunset beach
Anreise auf die Togians
awesome
Anreise auf die Togians
…isn’t it?

Dann gab es Abendessen und anschließend spielten wir Karten bei uns auf der Terrasse. Dann war mit einem Mal ein Krach in der Küche zu hören und eine Katze rannte davon. Ich dachte mir nur, dass die Katzen, was umgeschmissen hatten. Danach ist irgendwas hinter unserem Bungalow runtergekommen, was einen Lärm verursachte. Irina kam aus ihrem Bungalow um bei uns nach dem rechten zu sehen und dann ging sie in die Küche, da sie die Katzen suchte. Sie kam wieder und sagte uns, dass eine riesige Schlange – genauer gesagt eine Python – in der Küche sei. Marcel schnappte sich die Kamera und wir gingen rüber.

Irina war mit einem Messer und einer Flasche Benzin bewaffnet. Marcel hatte gerade einen Blick in die Küche geworfen als Irina mit einem Mal entdeckte, dass der Schlange ein Katzenschwanz aus dem Maul hing. Irina fing an auf die Schlange Benzin zu schütten, denn dies sollen Schlangen anscheinend nicht überleben. Die Schlange würgte die Katze wieder aus und trat die Flucht an. Irina war sichtlich geschockt und schnappte sich die zweite noch lebende Katze und ging in ihren Bungalow.

Anreise auf die Togians
a bit blurry but you can see parts of the python

Wir gingen auch wieder rüber und durchsuchten erst einmal unseren Bungalow und fanden nichts. Wir versuchten dann zu schlafen, aber ich hörte wirklich jedes Geräusch und gefühlt rannten Ratten oder Mäuse bei uns im Bungalow rum. Am nächsten Morgen aßen wir noch Frühstück und wurden dann wieder nach Wakai gefahren. Dort wartete auch schon unser nächstes Boot auf uns. Nach nicht ganz 3 Stunden Fahrt kamen wir auf Una Una an. Btw wir sind jetzt so ziemlich auf dem Äquator, denn Una Una liegt bei 0,1° noch was, also abgerundet Äquator 😉

Anreise auf die Togians
Una Una
Anreise auf die Togians
on the way to Una Una

Hier ging es mit einem Moped mit Ladefläche mit zwei anderen ins Una Una Sanctum. Wir hatten vorher uns ein Zimmer mehr oder minder reserviert – wir hatten auf jeden Fall keine Anzahlung geleistet, da der Euro-Rupiah-Wechselkurs mehr als nur schlecht war. Wir bezogen einen Deluxe Bungalow, der aber schon ein wenig in die Jahre gekommen zu sein schien. Direkt nach der Ankunft gab es auch schon Mittag und wir aßen mit allen zusammen an einem Tisch. Da jeder sich vorstellte, kannten wir nach kurzer Zeit schon jeden, egal ob Gast oder Crew.

Anreise auf die Togians
our first bungalow

Nach dem Mittag testeten wir die Hängematten über dem Meer und später schnappten wir uns noch Schnorchelzeug und schauten, was das Hausriff so hergibt. 31°C warmes Wasser und Korallen und Fische satt 🙂

Anreise auf die Togians
Una Una Sanctum
Anreise auf die Togians
Hammock over the ocean
Anreise auf die Togians
I should do advertising for Bintang ?
Anreise auf die Togians
reef from above

Abends musste ich noch sagen, ob ich am nächsten Tag tauchen will und schon planten mich die Jungs für einen Dive ein. Dann gab es Abendessen und irgendwann ging es ins Bett. Ach ja auch hier gibt es fließend Wasser nur wenn der Generator läuft und der läuft auch nur einige Stunde – aber öfter’s mal im Tagesverlauf. Es gibt Ratten/Mäuse die selbst Seife auf dem Speiseplan haben. Jeden Abend ein Gewitter und natürlich gibt es im grunde keinen Handyempfang. Wir haben uns extra noch eine Indosat-Sim gekauft, damit wir im Notfall was hätten. Ich hatte 18 Stunden am Tag Empfang und bis eine What’s App Nachricht rausging, dauerte es Stunden – also nichts für Leute die immer online sein wollen 😉

Die Tage auf Una Una ähnelten sich doch alle sehr. Es gab Frühstück, wenn ich schon um 7.30 Uhr tauchen ging, entsprechend früh. Ich machte jeden Tag ein oder zwei Tauchgänge. Beim ersten war die Sicht Dank eines Sturmes in der Nacht so miserabel, dass wir erst einmal abbrechen mussten. Miese Sicht und das, wo Una Una doch so perfekte Verhältnisse haben soll. Auch hieß es, dass es fast nie Strömungen gibt und auch hier, hatte ich bis auf den letzten Tag immer Strömungen, öfters so stark, dass wir die Richtung ändern mussten.

Aber von Tag zu Tag wurde die Sicht besser und am letzten Tag gab es null Strömung. Die Unterwasserwelt hier in den Togians scheint noch weitesgehend super zu sein. Es gab Korallen in einer Größe wie ich sie vorher noch nie gesehen hatte. Man fand überall unzählige meist aber recht kleine Fische und eine Menge Critters, die ich vom Muck Dive noch kenne. Ich habe aber hier teilweise riesige Moränen gesehen. Beim Divespot Jam, konnte man dann mit einer Barracuda School schwimmen. Außerdem war die Crew echt super. Egal ob Ally, Anni, Juho, Luca, Marek und Nick, alle wissen, was sie unter Wasser tun. Es gab vor jedem Dive ein Briefing und sogar Buddy Checks, die ich wirklich nur zu selten erlebe.

Wild paradise
after dive

Ansonsten ging es neben dem Tauchen immer fleißig mit Marcel schnorcheln. Dann gab es noch viel zu essen und beim Essen kam man dann immer auch mit den anderen Gästen ins Gespräch. Zwar waren die Besitzer nicht da, aber der Laden lief trotzdem. Nach zwei Tagen konnten wir dann auch unseren Bungalow wechseln und der neue Bungalow hatte dann wirklich Seaview und war größer und besser in Schuss. Das einzig Negative war, dass es irgendwie eine Sandfly Plage gab und wir komplett zerbissen waren, da war man wirklich froh um ein wenig Wind.

Wild paradise
our second room
Wild paradise
relaxing
Wild paradise
the view from our room
Wild paradise
we had visitors every night – they loved my soap ?
Wild paradise
star gazing
Wild paradise
southern cross and many more
Wild paradise
where to go

Nach 6 Tagen im Paradies ging es dann mit dem public boat nach Wakai. Dort schlugen wir uns den Tag um die Ohren bis es mit der Ferry nach Gorontalo ging. Auf der Fähre schnappten wir uns je eine Matratze aus der Business und legten uns in der Economy Class hin. Mit gut 2 Stunden Verspätung ging es los. Nach dem Sonnenuntergang spielten wir noch eine Runde Karten und dann versuchten wir zu schlafen und das gelang ziemlich gut und so kamen wir recht ausgeschlafen am nächsten Morgen pünktlich in Gorontalo an. Und auch wenn in der Nacht ab und an ein Gewitter zu hören war, so war das Meer wieder ruhig wie eh und je – btw das ruhigste Meer was ich je gesehen hab.

Anreise auf die Togians
Leaving Una Una with a cow on board
Anreise auf die Togians
last sunset
Anreise auf die Togians
a nice one

Anreise auf die Togians

Final hat sich also die lange Anreise mehr als nur gelohnt, vielleicht hätten wir noch länger bleiben sollen 🙂

…..up next Nothern Sulawesi…..

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