Im Tana Toraja Land

Vorwarnung ! ! ! Der erste Stapel Fotos in diesem Post wird blutig – okay sehr blutig. Also wer Probleme damit hat, sollte einfach die Augen schließen 😉

Im Vorfeld haben wir uns ein wenig den Kopf zerbrochen, wie wir günstig und vor allem auch sicher nach Sulawesi kommen und sind final bei Citilink gelandet. So flogen wir mit einem Zwischenstopp in Jakarta von Medan nach Makassar. Dort sprangen wir noch schnell auf den letzten public bus auf, der uns vom Airport direkt zur Busstation fuhr. Im Bus hatten wir noch einen anderen Deutschen getroffen und der meinte, dass Bintang Travel eine super Buscompany sei um nach Rantepao zu fahren.

Also buchte er sein Ticket bei denen und wir im Anschluss auch. Bei der Bezahlung war unser Ticket günstiger und auf Nachfrage erfuhren wir, dass wir ungefragt in den schlechteren Bus verfrachtet wurden. Da wir diesen aber nicht wollten, wollten wir sofort unser Geld zurück. Ab jetzt begann eine nervige und lange Diskussion mit jemanden der imgrunde kein Englisch versteht. Am Ende haben wir 50% unseres Ticketpreises bekommen, denn Bintang Travel weigerte sich uns das volle Geld zurückzugeben und das obwohl ein Bus gebucht wurde in den wir nicht wollten und wir das sofort reklamierten.

Da im Grunde unzählige gute Scania Busse nachts nach Rantepao geschickt werden, fanden wir so zum Glück noch zwei freie Plätze in einem. Der Bus war wirklich super bequem und netterweise lief auch keine nervige Musik. Wir saßen nur leider etwas weit hinten, weswegen wir ziemlich durchgeschüttelt wurden. Im Morgengrauen kamen wir dann in Rantepao an und wurden fast direkt vor unserem Guesthouse rausgelassen. Wir konnten sogar direkt ein Zimmer buchen und erfuhren vom Besitzer, dass heute eine Begräbniszeremonie stattfand und er eben auch genau wusste wo. Also konnten wir uns das Geld für einen Guide sparen und liehen ein Moped.

Hintergrund:

Die Tana Toraja haben ein ganz spezielles Verhältnis zum Tod. Wenn ein Familienmitglied stirbt, wird die Leiche einbalsamiert und in einem Zimmer aufbewahrt, bis die Familie genug Geld gesammelt hat um eine Begräbniszeremonie abhalten zu können, was auch schon mal Jahre dauern kann. Hierfür wird dann extra ein Festplatz errichtet. Wir waren zu einer Zeremonie des Mittelstandes und deswegen dauerte diese nur einen Tag.

Wenn die Oberklasse eine Zeremonie abhält, dauert diese ganze vier Tage an. Alle Zeremonien haben es jedoch gemeinsam, dass Wasserbüffel und Schweine geschlachtet werden. Nur die Anzahl unterscheidet sich deutlich. Bei uns sollten final 6 Büffel geopfert werden. Bei der Oberklassen können es auch schon einmal Hundert werden. Je mehr Büffel desto reicher die Familie. Wobei das ganze ein Geben und ein Nehmen ist, denn die Büffel und Schweine werden von den Gästen gebracht und es wird genau erfasst wer wie viele Büffel und Schweine opferte.

Wenn jetzt von einer anderen Familie wer stirbt, dann sollte man diesen die gleiche Anzahl an Tieren bringen. Die Toten werden dann am Ende der Zeremonie vorwiegend in Felsengräbern bestattet, wobei es mittlerweile auch immer mehr Gruften zu geben scheint.

Nach einer wach-machenden Dusche ging es los und wir irrten durch die Gegend bis wir final das richtige Dorf fanden. Dort mischten wir uns einfach unter die anderen Touristen, die alle mit einem Guide angereist waren. Als wir ankamen lagen schon direkt 4 tote Büffel auf dem Festplatz. Vor unseren Augen wurden ihnen dann das Feld abgezogen und sie wurden weiter aus einander genommen. Das ganze findet unter den Augen des Toten statt, denn sein Sarg war in der ersten Etage auf einem Balkon aufgebahrt.

Bei der Zeremonie wurden Gebete gesprochen und gesungen und immer wieder Ankündigungen gemacht, die wir ohne Guide leider nicht verstanden. Weiter abseits wurden die ganze Zeit Schweine geschlachtet. Wir wurden auch noch von einem Gast in eine Loge eingeladen und er erzählte uns ein wenig und lud uns auch zum Mittag ein – dort hätte es dann das ganze gute Fleisch gegeben. Aber wir zogen es vor wieder zurück zu fahren, denn wir waren echt müde.

Am nächsten Tag ging es dann wieder mit dem Moped los und wir erkundeten die Gegend südlich von Rantepao. Wir schauten uns als erstes die Felsengräber von Lemo an. Die Toten haben alle eine Holzfigur, die ihr Abbild darstellt und diese steht auf einer Art Balkon neben den anderen Figuren. Es sieht ein wenig so aus, als wenn sie auf das Leben hinab schauen (und eine große Party feiern).

Im Tana Toraja Land
looks like they have a big party
Im Tana Toraja Land
the hole grave site
Im Tana Toraja Land
some traditional houses
Im Tana Toraja Land
looks nice

Als nächstes ging es zu einem Babygrabbaum. Die Toraja beerdigen nämlich tote Babys in einem Baum, weil sie glauben, dass dann die Seele des Kindes weiter wachsen kann.

Im Tana Toraja Land
baby grave tree
Im Tana Toraja Land
centipede – may be a toxic one

Für uns ging es weiter zu einigen Höhlen, in denen schon einige Knochen so rumlagen. Am Ende stoppten wir dann noch im Kete Kesu Village, wo es ein paar originalgetreue Toraja Häuser gab. Im Grunde gibt es über all in der Gegend diese „Schiffshäuser“, aber nur selten ist das Dach auch aus Bambus. An einem großen Hauptpfosten werden dann auch die Büffelhörner befestigt und natürlich gilt, je mehr Hörner um so höher der soziale Stand. Nach dem Village ging es zu einem etwas abgelegenen Restaurant zum Essen. Parallel zu unserem Lunchbreak fing es dann auch noch anzuregnen.

Im Tana Toraja Land
more nice houses
Im Tana Toraja Land
on the way
Im Tana Toraja Land
more wooden figures
Im Tana Toraja Land
in a cave
Im Tana Toraja Land
but here you find as well the figures
Im Tana Toraja Land
Kete Kesu village
Im Tana Toraja Land
looks nice
Im Tana Toraja Land
lots of horns, even on the sides
Im Tana Toraja Land
building a new house – btw traditionally without nails
Im Tana Toraja Land
selfie

Aber wir kamen trotzdem in einer Regenpause trocken zurück zu unserer Unterkunft. Wegen des Regens ließen wir dann aber weitere Gräber und Höhlen sausen. Abends schafften wir es dann auch nur mehr oder minder nass zum Essen. Dafür gab es dann aber unser neues Lieblingsdessert, was genau dem Martabak Manis entsprach, was uns die Mädels in Bukit Lawang beschrieben hatten. Also ein Pancake gefüllt mit Käse, Sweet Milk, Schokostreuseln und mit Butter bestrichen. Definitiv lecker und das tolle ist, es sättigt so doll, dass wir uns immer eines teilen können.

Bloody death
the best sin ever
Bloody death
soooooo yummy

Auch an unserem letzten Tag in Rantepoa ging es wieder mit dem Moped los. Diesmal Richtung Norden. Wir fuhren durch unzählige Reisfelder bis zu einem Aussichtspunkt von dem man die ganzen Reisterrassen überblicken konnte. Ganz ehrlich Sapa kann da glatt einpacken. Hier oben gab es auch unzählige von den traditionellen Häusern und wie schon am Vortag grüßten überall die Leute.

Im Tana Toraja Land
rice terraces
Im Tana Toraja Land
….everywhere
Im Tana Toraja Land
they are just planting the rice
Im Tana Toraja Land
so it’s not that green
Im Tana Toraja Land
selfie

Am Ende fuhren wir dann noch zu einigen „Hinkelsteingräbern“ bevor wir in Rantepao einige Einkäufe erledigen mussten. Wir versuchten nämlich schon seit geraumer Zeit Sonnencreme zu kaufen.

Im Tana Toraja Land
another grave site next to the street
Im Tana Toraja Land
and one more
Im Tana Toraja Land
menhirs
Im Tana Toraja Land
rice fields

Ein schwieriges Unterfangen, wenn man Creme ohne Whitening will. Wir fanden dann aber im x-ten Supermarkt welche mit LSF 25 – besser als nichts und nicht mal teuer. Außerdem buchten wir uns noch den Bus nach Poso für den nächsten Tag. Abends holten wir uns dann einmal die herzhafte und die süße Martabak Variante und schon hat man ein sättigendes Abendessen 😉

…..up next Togian Islands…..

2 thoughts on “Bloody death”

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